Ich habe meine Katze aufgestellt!

Was zugegebenermaßen recht eigenartig klingt, hat tatsächlich etwas mit einer Variante von Aufstellungsarbeit zu tun.
In Familienaufstellungen werden Personen eines Systems wie z.B. die Herkunftsfamilie durch Darsteller repräsentiert. So können Dynamiken aufgedeckt und Lösungen angestrebt werden.

Doch funktioniert das auch bei Tieren? Wie sich gezeigt hat – JA!

In unserem Haushalt lebt seit etwa 11 Jahren eine Katze, die uns zugelaufen war. Anfangs blieb sie nur im Garten. Mit etwas Überredungskünsten meinerseits (auf der Basis von Extrawurst) näherte sie sich der Terrasse und im kalten Winter übernachtete sie dann sogar im Haus. Wir gaben ihr den Namen Minka.

Sie war sehr scheu und schreckte hoch, wenn man ihr zu nahe kam. Sie ließ sich nicht streicheln, nahm aber gerne die Gelegenheit wahr, sich auf der Heizung liegend aufzuwärmen und nicht auf Futtersuche gehen zu müssen, da wir von da an immer etwas für sie bereit gestellt hatten.

Kurz darauf wurde Minka trächtig und eines der Jungen, die sie bei uns in der Wohnung zur Welt gebracht hatte, blieb uns gemeinsam mit der Katzen-Mutter, erhalten. Wir gaben dem aufgeweckten kleinen Kampftiger den Namen Sally.
Während Sally nun seit ihrer Geburt an Menschen gewöhnt war, frech alle Katzen-Register zog und sich holte, was sie an Streicheleinheiten wollte, ließ sich Minka weiterhin nur sehr selten berühren. Und wenn, dann auch nur unter höchster körperlicher Anspannung.

Also warum nicht Minka „aufstellen“, um zu sehen, ob wir etwas für sie tun können, damit sie ein bisschen entspannter die Gesellschaft von uns Zweibeinern genießen kann.

Was soll ich sagen – zwei Tage nach der Aufstellung fand ich Minka friedlich schlafend an einem besonderen Ort, wo sie bisher noch nie gewesen war – im Schlafzimmer, im Bett zwischen den Kopfpölstern schlafend!

Mittlerweile kommt es manchmal vor, dass Minka mit einem zarten Miauen auf sich aufmerksam macht, wenn z.B. die Futterschüssel wieder aufzufüllen ist oder wir die Terrassentür öffnen sollen, weil sie wieder ins Freie möchte.

Und manchmal streicht sie sogar um unsere Beine und lässt sich mit einem sanften Schnurren streicheln…

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